Was ist Überblau?

Überblau ist eine Initiative freischaffender Künstler_innen, die sich mit der Idee kollaborativer Netzwerkbildung und Produktion auseinandersetzen um Ressourcen, Wissen und Kompetenzen zu teilen. Als freischaffende Künstler_innen bewegen wir uns in einem Arbeitsfeld, das von wenig Sicherheit und hohem Druck geprägt ist. Durch den Austausch miteinander können Erfahrungen und Wissen geteilt und ausgebaut werden. Im Fokus dieses kollaborativen Netzwerkgedankens steht die individuelle künstlerische Praxis, die gerade durch den Austausch mit anderen weiter entwickelt, verbessert und diskutiert werden kann. Wir verlagern den Fokus vom künstlerischen Produkt auf dessen Produktion und die Frage danach, was für Bedingungen diese braucht, um eine möglichst tiefgreifende ästhetische Auseinandersetzung zuzulassen. Daher stellen Gespräche und unterschiedliche Formen des Austausches über die jeweiligen künstlerischen Praktiken und Arbeiten einen wesentlichen Bestandteil von Überblau im Frappant dar. Ziel ist daher, nicht nur künstlerische Arbeiten zeigen zu können, sondern auch über deren Prozesse zu sprechen, unterschiedliche Praktiken kennenzulernen und einen Raum für Diskursbildung zu schaffen. Noch im Prozess befindliche Arbeiten zu öffnen und mit anderen zu diskutieren sowie die eigenen Ideen durch andere Perspektiven zu erweitern kann zudem auch andere Rezeptionsweisen von künstlerischen Arbeiten provozieren. Dies soll zur eigenständigen Diskursbildung – nicht über Kunst sondern von Kunst und ästhetischen Auseinandersetzungen ausgehend – beitragen. Wir halten das für einen kulturpolitisch wichtigen Ansatz, der sich neoliberalen Individualisierungstendenzen zu entziehen versucht und kulturelle Arbeit als gemeinschaftliche Praxis begreift. Künstlerische Praxen verstehen wir als Felder kultureller Produktion. Diese sind maßgeblich auch soziale Räume und dynamische Konzepte. Wir sehen den Austausch miteinander als performative Praxis, um als Akteur_innen an diesen Raumproduktionen gestalterisch und experimentell mitzuwirken. Durch die monatliche Veranstaltungsreihe im Frappant haben wir einen regelmäßig betretbaren, konkreten Ort bekommen, um diese Praxis mit anderen zu erproben, zu teilen und zu erweitern. Dabei ist der Gedanke der Selbstermächtigung zentral. Wie können wir als freischaffende Künstler_innen, die nicht institutionell gestützt sind, selbst diese uns fehlenden Kontexte herstellen? Sei es als Provisorium, oder als temporäres Netzwerk mit gewissen Ressourcen.

Wer wir sind

Initiiert wurde das Projekt durch Benjamin Allers, Carolin Jüngst, Emilie Girardín, Gloria Höckner und Jesús Pulpón sowie Marc Carrera und Josema Enriquez. Wir kommen aus verschiedenen künstlerischen und kulturellen Hintergründen und haben durch den gemeinsamen Wunsch nach kollaborativen Arbeitsstrukturen und Freiräumen zusammengefunden, der dann in dieses Projekt mündete. Wir bewegen uns in und zwischen den Bereichen Tanz, Choreografie, Performance, Theater, Experimental- und Dokumentarfilm, Plastik, Malerei, Objektkunst, Soundart, Musik, Videokunst, Fotografie, Literatur und Kunstvermittlung.

ueberblau.org
ueberblau.org